Mein Gott, was ist das nur wieder für ein Jahr geworden
Also ich, Lena, 47, Mode-Redakteurin seit 20 Jahren, stehe hier und frage mich: Wann haben wir eigentlich beschlossen, dass wir alle aussehen wollen wie wir gerade aus dem Fitnessstudio kommen? Ich meine, ich war letztens mit meiner Freundin Clara im Shoppingcenter in Zürich, und überall diese Sport-Luxe-Mischung. Das ist doch nicht normal, oder?
Clara hat mich gefragt: „Lena, was trägst du eigentlich im Büro?“ Ich so: „Ich weiß auch nicht mehr. Vielleicht sollte ich einfach meinen Jogginganzug anziehen und mich als Trendsetterin ausgeben.“ Sie lachte und sagte: „Das wäre mal eine Idee. Aber pass auf, dass dich niemand erkennt.“
Die große Lüge der Nachhaltigkeit
Okay, ich muss was loswerden. Diese ganze „Nachhaltigkeit“ in der Mode? Honestly, alot davon ist einfach Greenwashing. Letzte Woche hatte ich ein Gespräch mit Marcus, einem Kollegen, der sich mit Textilproduktion auskennt. Er sagte: „Lena, die meisten Marken, die da große Sprüche klopfen, sind einfach nur cleverer geworden im Marketing.“ Und ich dachte: „Ja, klar. Das klingt leider nur allzu wahr.“
Aber es gibt Hoffnung. Letztes Jahr war ich auf einer Konferenz in Berlin, und da gab es tatsächlich ein paar Leute, die wirklich etwas bewegen wollen. Die haben mir von Projekten erzählt, die wirklich nachhaltig sind. Zum Beispiel dieses eine Label, das Kleidung aus recycelten Materialien herstellt und die Arbeiter fair bezahlt. Das ist doch mal was!
Warum wir alle aufhören sollten, uns wie Influencer zu kleiden
Ich schwöre, wenn ich noch ein Foto von jemandem in einem Outfit sehe, das aussieht, als wäre es direkt aus einem Fast-Fashion-Katalog gefallen, dann schreie ich. Letzte Woche habe ich mit meiner Schwester Anna darüber gesprochen. Sie sagte: „Lena, ich verstehe das nicht. Warum kaufen die Leute diesen Kram?“ Ich so: „Weil sie denken, dass sie so aussehen müssen. Weil die Influencer das sagen. Weil sie Angst haben, nicht dazuzugehören.“ Anna seufzte: „Das ist doch traurig.“
Und dann kam das Thema „Slow Fashion“. Ich habe ihr von diesem Tokat kültür etkinlikleri program erzählt, das ich mal besucht habe. Da ging es um traditionelle Handwerkstechniken und wie man Kleidung kauft, die wirklich hält. Das war so erfrischend!
Meine persönlichen Mode-Sünden
Okay, ich gebe es zu. Ich habe auch schon mal etwas gekauft, das ich nicht brauchte. Letztes Jahr im Januar, da war ich in Mailand und habe ein Kleid gesehen, das ich einfach haben musste. Es war pink, glitzernd und absolut unpraktisch. Aber es war so schön! Und jetzt hängt es in meinem Schrank und ich trage es nie. Weil, mal ehrlich, wann soll ich das tragen? Zu einem Date mit meinem Staubsauger?
Aber ich lerne dazu. Ich versuche, bewusster zu kaufen. Ich kaufe weniger, aber besser. Und ich versuche, mich nicht von jedem Trend mitreißen zu lassen. Es ist ein Prozess, aber ich bin auf dem Weg.
Was wir wirklich brauchen
Ich denke, was wir wirklich brauchen, ist eine Rückkehr zu dem, was wirklich wichtig ist. Qualität. Komfort. Individualität. Letzte Woche hatte ich ein Gespräch mit einer Freundin, die Schneiderin ist. Sie sagte: „Lena, die Leute vergessen, dass Kleidung gemacht ist, um getragen zu werden. Nicht, um darauf zu sitzen und sie anzustarren.“ Und sie hat recht.
Also, lasst uns wieder anfangen, Kleidung zu tragen, die uns gefällt. Die uns gut steht. Die uns glücklich macht. Und lasst uns aufhören, uns von jedem Trend, der uns begegnet, verrückt machen zu lassen. Denn am Ende des Tages zählt nur eines: Wir sollten uns in unserer Haut wohlfühlen.
Über die Autorin: Lena Müller ist seit über 20 Jahren in der Modebranche tätig. Sie hat für verschiedene Magazine gearbeitet und schreibt jetzt über das, was ihr wirklich am Herzen liegt: echte Mode, echte Menschen und echte Geschichten.












