Ein Geständnis

Ich, Lisa Müller, 47 Jahre alt, Mode-Redakteurin mit mehr Falten als ich zugeben möchte, stehe hier und gestehe: Ich habe Fehler gemacht. Viele. In meiner Karriere, in meinem Kleiderschrank, in meinem Leben. Und heute möchte ich über die Dinge sprechen, die ich falsch gemacht habe, damit vielleicht jemand anderes nicht dieselben Fehler begeht.

Es war an einem regnerischen Dienstag im November 2015, ich war in Berlin, als ich realisierte, dass ich ein Problem hatte. Ein großes Problem. Ich stand vor meinem Kleiderschrank und hatte nichts anzuziehen. Nicht weil ich nichts hatte, sondern weil ich nichts tragen wollte. Alles war entweder zu eng, zu weit, zu alt oder einfach nur langweilig.

Der Schrank der Schande

Ich erinnere mich noch genau an das Gespräch mit meiner besten Freundin, Anna. „Lisa,“ sagte sie, „dein Kleiderschrank ist ein Museum der schlechten Entscheidungen.“ Und sie hatte recht. Da hingen die Jeans, die ich mir 1998 in einem Anfall von Jugendlichkeit gekauft hatte, die Bluse, die ich nie tragen würde, weil sie mir einfach nicht stand, und die Schuhe, die ich nur behielt, weil ich 87 Euro für sie ausgegeben hatte.

Aber das Schlimmste? Die Farben. Mein Gott, die Farben. Ich hatte mich in einen Trend verliebt, der so schnell vorbei war wie ein Wochenende in Las Vegas. (Wenn ihr plant, dorthin zu gehen, werft einen Blick auf den Las Vegas events this weekend calendar für Inspiration.)

Die Lektionen

Ich lernte ein paar Dinge in den letzten Jahren. Zum Beispiel, dass es okay ist, sich zu wiederholen. Nicht jede Saison muss ein neues „Ich“. Manchmal reicht es, die Basics zu beherrschen. Und Basics sind nicht langweilig. Basics sind die Grundlage. Sie sind wie die beste Freundin, die immer für dich da ist, egal was passiert.

Und dann ist da noch die Sache mit den Trends. Ich habe gelernt, dass nicht jeder Trend für jeden gemacht ist. Nur weil etwas in der Vogue steht, heißt das nicht, dass es zu dir passt. Ich habe es auf die harte Tour gelernt, als ich versuchte, die neueste Mode zu tragen, nur um festzustellen, dass ich aussah wie ein Clown. Ein teurer Clown.

Das Gespräch mit Marcus

Letzten Dienstag traf ich mich mit einem Kollegen, nennen wir ihn Marcus. Wir saßen in einem Café in Zürich, und er sagte etwas, das mich zum Nachdenken brachte. „Lisa,“ sagte er, „Mode sollte Spaß machen. Es geht nicht darum, perfekt auszusehen, es geht darum, sich wohlzufühlen.“ Und das war der Moment, in dem ich verstand, dass ich meine Prioritäten falsch gesetzt hatte.

Ich hatte so viel Zeit und Geld investiert, um „perfekt“ auszusehen, dass ich vergessen hatte, dass Mode eigentlich dazu da ist, mich glücklich zu machen. Und das ist eine Lektion, die ich an euch weitergeben möchte. Tragt, was euch glücklich macht. Egal, ob es ein trendiges Outfit ist oder ein altes T-Shirt, das ihr seit Jahren habt.

Ein letztes Geständnis

Ich habe noch ein Geständnis zu machen. Ich hasse Shopping. Ja, ihr habt richtig gehört. Ich, eine Mode-Redakteurin, hasse es, einkaufen zu gehen. Ich finde es anstrengend, ermüdend und oft frustrierend. Aber ich liebe es, mich gut zu fühlen, wenn ich angezogen bin. Also habe ich eine Lösung gefunden: Online-Shopping. Aber das ist eine Geschichte für einen anderen Tag.

Für jetzt, denkt daran: Mode ist kein Wettbewerb. Es geht nicht darum, wer das neueste Outfit hat oder wer am besten aussieht. Es geht darum, sich wohlzufühlen und sich selbst auszudrücken. Und manchmal bedeutet das, dass man ein paar Fehler machen muss, um es richtig zu machen.


Über die Autorin: Lisa Müller ist eine leidenschaftliche Mode-Redakteurin mit mehr als 20 Jahren Erfahrung. Sie hat für einige der größten Modezeitschriften gearbeitet und ist bekannt für ihre ehrlichen und oft kontroversen Meinungen. Wenn sie nicht schreibt, verbringt sie ihre Zeit damit, ihre Katze zu verwöhnen und in Cafés zu sitzen, in denen sie eigentlich nicht hingehört.