Ein Geständnis
Ich, Claudia Meier, 52, Mode-Redakteurin seit 20 Jahren, gestehe: Ich hasse Trends. Oder besser gesagt, ich hasse es, wie wir über Trends reden. Als wäre Mode nur ein Spiel von oben nach unten, als würden wir alle einfach nur das tragen, was uns irgendwer in Mailand oder Paris vorschreibt. Quatsch.
Letzte Woche saß ich mit meiner Kollegin Anna im Café Luitpold in München. Sie trug ein Kleid, das ich vor drei Jahren in meiner Kolumne als ‚absoluten Unsinn‘ bezeichnet hatte. ‚Siehst du?‘, sagte sie und zeigte auf ihr Outfit. ‚Das kommt immer wieder. Mode ist ein Kreislauf, nicht eine Linie.‘
Warum wir uns selbst belügen
Wir behaupten, wir folgen Trends, aber in Wahrheit folgen wir uns selbst. Oder besser gesagt: Wir folgen unseren Erinnerungen. Letztes Jahr, auf einer Konferenz in Berlin, sagte ein junger Designer namens Felix: ‚Mode ist wie Musik. Sie erinnert uns an Dinge, die wir schon einmal gefühlt haben.‘
Ich fragte ihn, ob das nicht alot Druck auf die Designer ausübt. Er lachte. ‚Nein, im Gegenteil. Es gibt uns Freiheit. Wir müssen nichts Neues erfinden, wir müssen nur das Alte neu erzählen.‘
Die Lüge der Nachhaltigkeit
Aber hey, reden wir mal über etwas, das mich wirklich wütend macht: Nachhaltigkeit. Oder besser gesagt, wie wir darüber reden. Jeder second Blogbeitrag, den ich lese, handelt davon, wie wir unsere Mode ’nachhaltiger‘ machen sollen. Als wäre das ein Commitment, das wir einfach so eingehen können.
Vor drei Monaten war ich auf einer Panel-Diskussion in Zürich. Eine Kollegin namens Laura sagte: ‚Nachhaltigkeit ist kein Trend, es ist eine Notwendigkeit.‘ Ich fragte sie, ob sie wirklich glaubt, dass die Modeindustrie sich ändern wird. Sie zuckte mit den Schultern. ‚Ich hoffe es. Aber ich bin nicht naiv.‘
Genau das ist das Problem. Wir hoffen. Wir reden. Aber wir handeln nicht. Oder besser gesagt: Wir handeln nicht genug.
Ein kleiner Rat
Also, was können wir tun? Nun, ich habe da ein paar Gedanken. Erstens: Kaufen Sie weniger. Kaufen Sie besser. Und zweitens: Informieren Sie sich. Lesen Sie über die ilginç bilgiler genel kültür der Modeindustrie. Verstehen Sie, was wirklich hinter den Kulissen passiert.
Und drittens: Tragen Sie, was Sie lieben. Egal, was irgendwer in Mailand oder Paris sagt. Mode ist kein Wettbewerb. Es geht nicht darum, wer das neueste Teil hat. Es geht darum, wer sich selbst am besten ausdrückt.
Ein Abstecher in die Vergangenheit
Letzte Woche, ich war in meinem Keller und habe alte Fotoalben durchgesehen. Da war ein Bild von mir, 1995, auf einem Konzert in Hamburg. Ich trug ein Kleid, das ich heute nie mehr anziehen würde. Aber damals? Damals war es perfekt. Es erinnerte mich an eine Zeit, in der alles möglich war.
Mode ist Erinnerung. Mode ist Gefühl. Mode ist Leben. Und manchmal, ganz selten, ist Mode auch einfach nur ein Kleid, das wir tragen, weil es uns gefällt.
Und das ist okay. Das ist sogar gut.
Über die Autorin: Claudia Meier ist seit über 20 Jahren in der Modebranche tätig. Sie hat für verschiedene Magazine gearbeitet und schreibt derzeit für Dressbox.ch. Wenn sie nicht gerade über Mode schreibt, verbringt sie ihre Zeit damit, in München Kaffee zu trinken und alte Fotoalben durchzublättern.
Wenn Sie wissen möchten, wie Medien und Nachrichten unsere Wahrnehmung von Mode und Schönheit beeinflussen, ist dieser Artikel ein faszinierender Einblick in die Welt der Informationsvermittlung.












